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Polyphasischer Schlaf: Ist es effektiver, in Etappen zu schlafen?

Vielleicht haben Sie schon vom polyphasischen Schlaf gehört, den man auf Deutsch auch mehrphasigen Schlaf nennen könnte. Sein Prinzip besteht

Vielleicht haben Sie schon vom polyphasischen Schlaf gehört, den man auf Deutsch auch mehrphasigen Schlaf nennen könnte. Sein Prinzip besteht darin, einen langen Schlafabschnitt in der Nacht in mehrere kürzere aufzuteilen, wodurch man täglich sogar einige Stunden Zeit sparen kann. Ist das aber so einfach? Wie praktiziert man diesen Schlaf richtig und wie findet man heraus, ob er auch für Sie geeignet ist?

Polyphasischer Schlaf von klein auf

Den polyphasischen Schlafrhythmus hat früher jeder von uns genutzt. Als Neugeborene schliefen wir bis zu 18 Stunden am Tag, wobei der Schlaf auf mehrere regelmäßige Intervalle verteilt war. Später als Säuglinge schliefen wir dreiphasig – neben dem nächtlichen Hauptschlaf schliefen wir auch vormittags und nachmittags. Mit dem Eintritt in den Kindergarten fiel der Vormittagsschlaf weg, sodass wir nur noch nachts und nachmittags schliefen. Später gaben wir auch das Mittagsschläfchen auf, meist dann, als wir in die Schule kamen.

Die Wissenschaftler sind sich uneinig

So waren wir gezwungen, uns der Gesellschaft anzupassen, in der es als normal gilt, etwa 8 Stunden pro Nacht zu schlafen. Aber ist das wirklich normal und das Beste für unseren Körper und unser Gehirn? Nutzen wir so unsere Energie und Zeit wirklich voll aus? Auch beim Thema Ernährung hören wir doch ständig von allen Seiten, dass wir die tägliche Zufuhr von Nährstoffen und Energie auf 5 kleinere Mahlzeiten aufteilen sollen im Laufe des Tages – kaum jemand befürwortet, nur eine riesige Mahlzeit am Tag zu essen.

Es sieht so aus, als ob es auf diesem Gebiet bisher nicht genug wissenschaftliche Forschung gibt, und so gehen die Meinungen der Wissenschaftler auseinander: Manche behaupten, wir brauchen 7-8 Stunden Nachtschlaf, andere neigen zu den Vorteilen des polyphasischen Schlafs. Er sei für uns natürlich, wie man am Beispiel der erwähnten Babys sieht, und dank ihm könne sich unser Körper effektiver und in kürzerer Zeit regenerieren. Andererseits sind mit ihm auch eine Reihe von Nachteilen und Risiken verbunden, über die wir weiter unten sprechen.

Er ist nicht für jeden

Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Schlaf zu praktizieren. Alle erfordern jedoch große Disziplin und Regelmäßigkeit – die Schlafetappen sollten immer zur gleichen Tageszeit stattfinden, sonst gerät Ihr Biorhythmus durcheinander und die Müdigkeit meldet sich zu Wort. Außerdem muss man lernen, schnell einzuschlafen und dann zur festgelegten Zeit aufzustehen.

Der polyphasische Schlaf sowie seine Risiken und Vorteile sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht, daher sollte man abwägen, ob man sich auf ein solches Experiment einlässt. Es gibt gesundheitliche Einschränkungen, bei denen Sie polyphasischen Schlaf besser nicht ausprobieren sollten. Wie man so schön sagt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Es schadet sicher nicht, sich mit Ihrem Arzt zu beraten, der Ihren Gesundheitszustand kennt. Außerdem muss man mit einer Eingewöhnungsphase rechnen, da wir versuchen, den Organismus auf einen völlig anderen Rhythmus einzustellen, als er bisher gewohnt war. Es können Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten auftreten.

Biphasischer Schlaf: in 2 Etappen

Für einen Menschen, der an den klassischen monophasischen (einphasigen) Schlaf in der Nacht gewöhnt ist, ist es am einfachsten, auf biphasischen, also zweiphasigen Schlaf umzustellen. Sein Prinzip besteht aus einem langen Nachtschlaf und einem kurzen Schlaf am Tag. Der Nachtschlaf wird dabei um einen Schlafzyklus verkürzt, der 1,5 Stunden dauert. In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie nachts zum Beispiel 7,5 Stunden schlafen, verkürzen Sie diese Zeit auf 6 Stunden; wenn 9 Stunden, reduzieren Sie sie auf 7,5. Das Mittagsschläfchen legen Sie so, dass es ungefähr in der Mitte Ihres Tages liegt – also der Zeit, in der Sie wach sind. Es sollte 20 bis 30 Minuten dauern, nie länger, damit Sie nicht in den Tiefschlaf fallen. So sparen Sie täglich eine Stunde Zeit.

Vielleicht schlafen Sie selbst biphasisch oder kennen jemanden in Ihrer Umgebung, Sie kannten nur bisher diese Bezeichnung nicht. Er ist vor allem bei älteren Menschen verbreitet, bei denen die Fähigkeit zu längerem Schlaf in der Nacht deutlich vermindert ist. Daher kommt es ihnen entgegen, sich auch tagsüber einen kürzeren Schlaf zu gönnen.

Polyphasischer Schlaf: 4 oder 6 Etappen

Ein anspruchsvollerer Rhythmus ist der vierphasige Schlaf. Er kann zwei Varianten haben: Bei der ersten wird der Nachtschlaf auf nur 3 Stunden verkürzt, tagsüber schläft man 3 x 20 Minuten. Bei der zweiten entfällt der längere Nachtschlaf ganz und man schläft 4 x täglich 30 Minuten in 6-Stunden-Intervallen. Hier kann man schon von einer erheblichen Zeitersparnis sprechen: Sie schlafen nur 4 bzw. 2 Stunden.

Ähnlich wie der zweite Typ des vierphasigen Schlafs ist der sechsphasige Schlaf. Der Unterschied liegt nur in der Anzahl der Phasen. Man schläft bis zu 6x am Tag, und zwar alle 4 Stunden für 20-30 Minuten. Insgesamt sind das 2-3 Stunden Schlaf.

Kommt Ihnen das an den Haaren herbeigezogen vor oder im Gegenteil wie eine großartige Zeitersparnis? Menschen, die polyphasischen Schlaf am eigenen Leib ausprobiert haben, teilen sich in der Regel in zwei Gruppen: Entweder fühlten sie sich unglaublich müde, ihr Gehirn war ´´ausgeschaltet´´ und sie gaben nach kurzer Zeit auf, oder sie lobten im Gegenteil das höhere Energieniveau und die gewonnene Zeit für andere Aktivitäten. So oder so ist Schlaf in Etappen nicht das Richtige für jeden von uns.

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